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Asklepios zieht Kündigung zurück

Krankenhausbeschäftigte sehen ihre Kritik bestätigt

(Pressemitteilung 17.02.21)

Die Asklepios Kliniken Hamburg GmbH hat ihren Antrag auf Zustimmung zur Kündigung von Romana Knezevic vor dem Arbeitsgericht Hamburg kommentarlos zurückgezogen. 

Romana Knezevic sieht sich und ihre Kolleg*innen in der Sache bestätigt. Sie hatte am 17. Dezember im HH Journal vor allem über die Folgen des Personalmangels an den Hamburger Krankenhäusern während der Corona Pandemie berichtet, über die mangelhafte Besetzung der Intensivstationen, die zusätzliche Belastung der Pflegekräfte durch umfangreiche Reinigungsarbeiten und darüber, dass Patient*innen allein in ihren Zimmern sterben. 

Asklepios hatte Romana Knezevic falsche Tatsachenbehauptungen vorgeworfen und versucht seitdem mit dieser Begründung, der ver.di-Betriebsrätin zu kündigen. Um die Kündigung zu erzwingen hatte Asklepios den Antrag beim Arbeitsgericht gestellt, der jetzt zurückgezogen wurde.

Die Hamburger Bevölkerung hatte sich von Anfang an gegen das wüste Vorgehen von Asklepios gestellt:

Eine Online-Petition erreichte schnell über 10 000 Unterschriften und dutzende Solidaritätserklärungen aus diversen Hamburger Betrieben, Einrichtungen, Vereinen und aus Krankenhäusern gingen bei ver.di und der Hamburger Krankenhausbewegung ein.

Eine wochenlange Dauerkundgebung von Krankenhausbeschäftigten aus vielen Häusern vor der AK St. Georg wurde aktiv aus dem Stadtteil und darüber hinaus unterstützt.

Von einer Online-Stadtversammlung mit 170 Teilnehmer*innen aus der ganzen Stadtgesellschaft ging das Signal aus: Hamburg verhandelt mit! Die Gesundheitsversorgung in dieser Stadt geht alle an. Diesen Druck hat Asklepios gespürt.

Die eigentliche Auseinandersetzung ist die um die Bedingungen an den Hamburger Krankenhäusern, die nun transparent und ohne Einschüchterungen der Beschäftigten geführt werden muss. Die Fragen, die Romana Knezevics Interview aufgeworfen hat, bleiben bestehen und  mehr als dringlich, z.B.:

Warum werden die Reinigungs- und Servicekräfte nicht aufgestockt, was sofort möglich wäre?

Warum greifen Senat und Sozialbehörde nicht steuernd ein?

Wann und wie werden die Regelungen zu Personalvorgaben im Koalitionsvertrag umgesetzt?

Die politisch Verantwortlichen aus Senat und Sozialbehörde bleiben eingeladen, in einer offenen Versammlung mit den Krankenhausbeschäftigten über die Verbesserung der Bedingungen an den Hamburger Krankenhäusern zu sprechen.

Prozessauftakt - Pflegekraft bleibt bei ihrer Kritik - Asklepios will Kündigung erzwingen

Beim „Gütetermin“ am Arbeitsgericht Hamburg ist es am Montag zu keiner Einigung zwischen Romana Knezevic und Asklepios gekommen. Romana Knezevic besteht weiter darauf, am 17.12 im NDR HH Journal die Wahrheit über die Zustände an Hamburger Krankenhäusern gesagt zu haben. Asklepios wirft ihr absichtliche Falschaussagen vor und will die fristlose Kündigung erzwingen.

Das Verfahren beginnt nun am 20. Mai. In der kommenden Woche soll es trotzdem noch ein "moderiertes Gespräch" zwischen den Parteien geben. Dort hat Asklepios noch einmal die Chance, die falschen Beschuldigungen gegen Romana Knezevic zurückzuziehen und Verantwortung für die Situation in den Asklepios Häusern zu übernehmen.

In den vergangenen zwei Wochen hatten Beschäftigte vieler Krankenhäuser bei einer Dauerkundgebung vor der AK St. Georg Sturm und Kälte getrotzt, auf den Personalnotstand aufmerksam gemacht und die Rücknahme der Kündigung gegen ihre Kollegin gefordert. Die Kolleg*innen erlebten eine Welle der Solidarität aus der Hamburger Bevölkerung. Dutzende Solidaritätserklärungen aus Betrieben und Vereinen sind seither eingegangen. Alle fordern die Rücknahme der Kündigung und sofortige Entlastung und Mitsprache der Krankenhausbeschäftigten. Über 10 Tausend Menschen haben die Online-Petition zum Thema unterschrieben.

Die Kundgebung wird nun zunächst pausieren. 

Weil die hamburgweite Solidarität immer stärker wird und die Verbesserung der Bedingungen an unseren Krankenhäusern im Interesse der ganzen Stadt liegt, haben sich schon am Dienstag 170 Krankenhausbeschäftigte, Kolleg*innen aus anderen Berufen und Betrieben und viele solidarische Hamburger*innen auf einer gemeinsamen Video-Stadtversammlung ausgetauscht. Motto der Versammlung: Hamburg verhandelt mit!

Dort wurden bereits weitere konkrete Schritte vereinbart, um mit vereinter Stimme die Rücknahme der Kündigungsdrohung sowie Regelungen für würdige und sichere Bedingungen für alle an den Hamburger Krankenhäusern einzufordern.

Online-Petition

Wir fordern vom Asklepios Konzern und den Hamburger politisch Verantwortlichen:

  • Schluss mit der Einschüchterung! Beschäftigte dürfen nicht länger mit der Kündigung bedroht werden, wenn sie auf Notsituationen in der Gesundheitsversorgung aufmerksam machen. Rücknahme der Kündigungsdrohung gegen Romana!
  • Sofortige Aufstockung des Reinigungs- und Servicepersonals und der Außenmitarbeiter, um die Pflegekräfte für ihre eigentlichen Aufgaben zu entlasten.
  • Hört uns an! Die Verantwortlichen der Sozialbehörde müssen ihrer Aufsichtspflicht nachkommen und an einer Aussprache mit den Beschäftigten teilnehmen.

#HandelnStattKlagen

Schon über 10000 Unterschriften!

Mahnwache vor dem Haupteingang des AK St.Georg richtung Lange Reihe

Keine Kündigung von MitarbeiterInnen wegen öffentlicher Kritik!

Nach der versuchten Kündigung unserer Kollegin Romana gehen immer mehr unterstützende Mails und Botschaften ein, so wie diese Solidaritätserklärungen der KollegInnen von Lufthansa und der Stadtreinigung Hamburg - das macht viel Mut und bestätigt: Die Situation in den Krankenhäusern geht alle an. Die Stimmen aus den Krankenhäusern müssen gehört werden.

Pressemitteilung Hamburger Krankenhausbewegung

Mitten in der Pandemie: 

Asklepios will Pflegekraft wegen öffentlicher Kritik kündigen


Asklepios unternimmt den Versuch der Kündigung unserer Kollegin und Sprecherin Romana Knezevic. Asklepios begründet dies mit dem Vorwurf der Lüge: Unsere Sprecherin habe im HH Journal am 17.12.20 falsche Tatsachenbehauptungen aufgestellt. Die entsprechenden Aussagen wurden bereits öffentlich von mehreren Pflegekräften der Intensivstationen der AK St. Georg bestätigt und unterstützt (HH Journal 19.12.).
Es ging in den Beiträgen um die Besetzung der Intensivstationen, um die zusätzliche Belastung der Pflegekräfte durch umfangreiche Reinigungsarbeiten und darum, dass Patienten allein in ihren Zimmern sterben.
Wir fordern Asklepios auf, den Antrag auf Kündigung unserer Kollegin sofort zurückzuziehen. 

In diesem Konflikt geht es nicht um eine einzelne Pflegekraft und nicht um ein einzelnes Krankenhaus, sondern um die Gesundheitsversorgung der Menschen in dieser Stadt.

Wir sind aus Verantwortung für unsere Patienten an die Öffentlichkeit gegangen.
Mehr denn je ist es wichtig das die Stimmen der Krankenhausbeschäftigten gehört werden.
Die Zeit für Beschönigungen ist vorbei - Menschenleben stehen auf dem Spiel.  

Noch mehr als in der ersten Corona-Welle sind die Krankenhausbeschäftigten durch den verschärften Personalmangel am Limit ihrer Kräfte. Der Applaus ist leiser geworden, aber die Belastungen sind gestiegen. Anders als im Frühjahr werden weniger Kapazitäten freigehalten. Der Sommer wurde zu wenig genutzt, um die Krankenhäuser auf die zweite Welle vorzubereiten.

Wir haben die Arbeitgeber immer wieder intern auf die Zustände hingewiesen und die Hamburger Regierung immer wieder vergebens eingeladen, uns anzuhören.
Deshalb hatten zuletzt 10 Kolleginnen aus 6 Häusern in einer Pressekonferenz noch einmal die Zustände geschildert.
Der Versuch, unsere Kollegin zu kündigen, wird auf den Stationen als durchsichtiger Einschüchterungsversuch wahrgenommen und sorgt für Entrüstung und Wut. 

Der Hamburger Senat darf nicht allein den Krankenhausbetreibern die Bewältigung der Krise überlassen. Er muss jetzt Verantwortung übernehmen, um die Pflege zu entlasten.

Er kann die Krankenhausbetreiber anweisen, das Reinigungs- und Servicepersonal aufzustocken, damit die Pflege mehr Zeit am Patienten hat. Dieses Personal wäre sofort verfügbar.

Er kann auch sofort steuernd eingreifen, damit COVID Patienten sinnvoll nach vorhandenen Ressourcen auf die Häuser verteilt werden.

Der Senat ist in der Verantwortung, verbindliche Vorgaben für die Krankenhäuser zu machen. 
Wir erwarten auch, dass sich der Senat hinter unsere Kollegin stellt und auf die Rücknahme des Kündigungsversuchs hinwirkt.


Video-Aussprache mit Hamburger Krankenhausbeschäftigten

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An:
Den 1. Bürgermeister der Freien- und Hansestadt Hamburg 
Herrn Dr. Peter Tschentscher
die 2. Bürgermeisterin der Freien- und Hansestadt Hamburg 
Frau Katharina Fegebank
die Hamburger Senatorin für Gesundheit 
Frau Dr. Melanie Leonhard


Sehr geehrte Damen und Herren,
wir laden Sie hiermit dringlich ein, am Freitag 27.11. um 17:30 mit Beschäftigten der Hamburger Krankenhäuser über die derzeitige Lage zu sprechen. 
Die Auswirkungen der zweiten Covid19-Welle auf die ohnehin schon überlasteten Krankenhausbeschäftigten und deren PatientInnen sollten dringend auch mit denjenigen besprochen werden, die die Situation täglich vor Augen haben und alles versuchen, sie zu lindern.
Sie sind die politisch und fachlich Verantwortlichen für die Gesundheitsversorgung dieser Stadt. Die Pflegekräfte, Hebammen, Reinigungskräfte, TherapeutInnen und andere Berufsgruppen möchten Ihnen die Lage schildern und mit Ihnen über notwendige Regelungen der Stadt Hamburg für die Hamburger Krankenhäuser in und nach der Corona-Krise sprechen.

Die "Video-Aussprache" ist öffentlich.

Bitte melden Sie sich für eine Teilnahme baldmöglichst per Email zurück, damit wir Ihnen den entsprechenden Zugangslink zusenden und gegebenenfalls technische Details klären können. 

Mit freundlichen Grüßen

Romana Knezevic, GKP
Anna Brünings, Therapeutin
Karlheinz Fernau, GKP


HÖRT AUF UNS

Offener Brief an die Hamburger Regierung

 

Beschäftigte aller Berufsgruppen aus Hamburger Krankenhäusern fordern vom Hamburger Senat:
Die Vorbereitung auf die Corona Welle in den Krankenhäusern und der Schutz von Beschäftigten und Patienten darf nicht dem Markt überlassen werden!

Unterstützt uns und schickt uns euer Bild mit #HÖRTAUFUNS

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Immer noch verhindern wirtschaftliche Interessen, dass wir uns in den Krankenhäusern bestmöglich auf viele schwer erkrankte Menschen vorbereiten können. Ein Beispiel sind unnötige aber lukrative Operationen, die immer noch stattfinden und Intensiv-Kapazitäten und Personal binden.

Ein Beispiel: Asklepios, hör' auf damit!

Und es wird immer noch kaum getestet an den Krankenhäusern in Hamburg. Wenn wir nicht sofort Patienten und das gesamte Personal täglich testen, droht wochenlange Quarantäne ganzer Teams. Wir haben schon jetzt viel zu wenig Personal. Um das und andere dringend notwendige Maßnahmen z.B. gegen die kaufmännischen Leitungen der Krankenhäuser durchzusetzen, brauchen wir die Mitsprache aller Berufsgruppen in den Krisenstäben jetzt!

An alle Leute da draußen:  
Wir bleiben für euch da, bleibt ihr bitte für uns daheim!


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Jeden Tag verteidigen wir die Würde der Patienten gegen wirtschaftliche Interessen. Jetzt sind wir bereit uns der Krise zu stellen und alles zu tun um die Versorgung aufrecht zu halten.

Wir, Beschäftigte der Hamburger Krankenhäuser fordern:

Fachkräfte der verschiedenen Bereiche (Pflege, Reinigung u.a.) müssen Mitsprache in den Krisenstäben an den Krankenhäusern bekommen, um wirksame, interdisziplinäre Krisenpläne aufzustellen, die beinhalten:

- sofortiges Runterfahren der elektiven Operationen und Prozeduren
- regelmäßige, konsequente Testung des gesamten Personals
- deutliche Aufstockung des Reinigungspersonals
- Ressourcen und Kompetenzerfassung über die einzelnen Krankenhäusern
- klare Protokolle, was bei Verdachtsfällen zu tun ist
- Transparenz und nachvollziehbare Entscheidungen zu Materialbeständen
- Erreichbarkeit des Krisenstabs rund um die Uhr



An alle Leute da draußen:  
Wir bleiben für euch da, bleibt ihr bitte für uns daheim!


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Hamburger Krankenhausbewegung zur Corona-Krise

Pressekonferenz vom 17.3.2020